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Rätsel: Neuer Straßensport?

Thursday, 26. January 2012 17:24

In New York sieht man an jeder Ecke eine Kette. Manchmal hält sie nur noch die Überreste dessen, was da gesichert werden sollte. Oft hängt ein Fahrrad dran. Oder sogar Rollschuhe. Jedenfalls etwas, mit dem man sich schnell aus dem Großstadtstaub machen kann. Deshalb gibt mir dieser Anblick Rätsel auf:

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Im Bahnhof aufschlagen

Tuesday, 24. January 2012 12:15

Was machen die Männer da? Ganz einfach: Sie bauen einen Squash Court, bei dem man den Sportlern gut zuschauen kann. Auch wenn das ein bisschen den Verkehr aufhält. Dieses Squash-Turnier findet nämlich in einem der großen New Yorker Bahnhöfe statt:In einem Durchgang in Grand Central hauen sich die Teilnehmer die Bälle um die Ohren, und die donnern ganz schön vor die Wände. Wer im Publikum sitzt oder steht und zusammenzuckt, hat verloren.

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Marathon oder Straßensperre?

Sunday, 6. November 2011 13:29

Ungefähr 50.000 Menschen laufen heute durch New York. Später werden drei von ihnen die Rekordzeit brechen, die zehn Jahre lang eisern stand. Aber nicht nur die Läufer beim New York Marathon haben einen anstrengenden Tag. Auch das Publikum gibt alles: meilenweite Unterstützung.

Nicht nur an den beliebten Zuschauerpunkten geht es hoch her. Gruppen kommen und gehen, fahren mit der U-Bahn zu einem anderen Punkt, nachdem ihre Freunde, Kollegen, Verwandte vorbeigelaufen sind. Ein Grüppchen, das ich aufgrund der auffallenden Ähnlichkeiten zu Papa, Onkel und zwei Söhnen mache, wartet an einem späten Punkt auf eine Frau. Die fällt den Kindern und dem “Papa” überglücklich um den Hals, bekommt einen Fruchtriegel gereicht und versichert, sie sehe fantastisch aus, besonders dafür, dass sie jetzt die letzten acht Meilen vor sich hat. Der “Onkel” hat derweil seine Jeans abgestreift. Darunter trägt er Sportzeug. Schon läuft er mit, als die Frau weitermacht.

Auch von offizieller Seite werden die Läufer versorgt. Das sieht zuweilen merkwürdig aus:

Später wird die Straße gereinigt. Erst einmal aber gilt es, die abgekämpften Läufer anzuspornen. Sehr viele haben ihren Namen auf ihr Shirt geschrieben. Denn das Publikum wartet nicht einfach nur auf Mama, Freundin oder Kollegin.

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Und wie es der Zufall will, erblicke ich eine deutsche Gruppe. Auf deren Schild steht etwas, das wohl in meinem Herkunftsland irgendein Insiderwitz ist. Ich finde, es klingt doof.

Aber nicht jeder ist begeistert von dem, was hier abläuft. Ich unterhalte mich mit einem Mann, der mit einem Wägelchen voller Wäsche am Straßenrand steht. “Ich muss in zehn Minuten zur Arbeit”, sagt er. “Wie soll ich das schaffen?” Er wohnt gegenüber. Es sieht nicht so aus, als könne er es über die Straße schaffen, die Läufer folgen viel zu dicht aufeinander. Bei Paraden werden die Straßen auch gesperrt; aber da hat man meistens zwischendurch eine Chance, sie zu überqueren. Das ist aber wohl nicht der Grund, warum dieser Witzbold hier sich mit seinem Plakat an den Rand stellt.

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Dreiradfahrer

Saturday, 8. October 2011 15:33

Der Name ist gleichzeitig irreführend und exakt: Big Wheel. In einer der steilen Straßen San Franciscos fahren sie damit zu Ostern Rennen, in Deutschland kennt man sie wohl noch am ehesten aus dem Film “Shining”. Big Wheels sind Kinderspielzeuge, also klein. Aber die Dreiräder haben vorn eben auch ein echt großes Rad.

Im Central Park gibt es auch jedes Jahr ein Big Wheel-Rennen. Das läuft inoffiziell, also ohne Absperrung oder Aufpasser auf einem steilen Weg, auf dem ab und zu Leute spazierengehen. Das funktioniert reibungslos. Es ist ja eigentlich normal, dass im Publikum mehr Leute sind als auf einer Rennstrecke. Aber hier sitzen neben mir nicht sonderlich viele Leute herum, was schade ist, weil die Big Wheel-Fahrer sich teils richtig in Schale geworfen haben. Aber sie haben eben nur drei Gefährte, mit denen sie sich abwechseln.

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Die Kunst, sich fallen zu lassen

Saturday, 24. September 2011 15:28

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Das hört sich nicht gut an. Der Typ knallt auf den Boden, das tut ja schon beim Zuschauen weh. Beim Dumbo Art Festival machen sie keine Kompromisse. Oder doch? “Und so etwas bei einem Kunstfestival?”, sagt ein Mann mehr als er fragt, und sein Kopf schwingt dabei von links nach rechts und zurück. Aber mit dieser Ansicht steht er ziemlich allein da.

Die New Yorker Wrestling-Schule World of Unpredictable Wrestling zieht eine Show ab. Und das wiederum passt Shaun Leonardo ins Konzept. Der Künstler beschäftigt sich mit Männlichkeit und Heldentum. Auch wenn’s wehtut (oder zumindest so aussehen soll).

Thema: High Tea, Kokolores | Comments Off | Autor:

An die Kette gelegt

Tuesday, 30. August 2011 17:23

Im Western sieht das einfach aus. Man rast im vollen Galopp durch die Stadt, hält mit schleifenden Hufen vorm Saloon, und auf dem Weg zur Schwingtür wirft man noch lässig die Zügel über den Balken. Wankt man wieder raus, wartet der Rappen da immer noch. Im Western klauen Pferdediebe eben nur ganze Herden. In New York dagegen werden Fortbewegungsmittel meistens einzeln geklaut.

Ich finde es verwunderlich, dass die ewig schrillenden Autoalarmanlagen (die auf jeden Mucks empfindlich reagieren, bei Gewittern geben sie Konzerte) immer noch keinen Eingang in die Popkultur gefunden haben. Vorm Saloon sieht man heute in New York aber nicht nur Autos stehen.

Sondern auch Fahrräder. Oder was von ihnen übrig blieb. Es gibt viele Strategien, wie so ein Fahrrad anzuketten ist (und wo), manche mehr, manche weniger erfolgreich. Viele nehmen ihr Fahrrad mit in die Wohnung, auch wenn da eigentlich gar kein Platz dafür ist. Anderswo muss sogar viel kleineres Räderwerk draußen warten.

Thema: High Tea, typisch New York | Comments Off | Autor:

Seifenkistenrennen

Saturday, 13. August 2011 13:19

Heute ist Seifenkistenrennen in South Slope (Brooklyn). Darauf haben so einige Leute hier seit Wochen hingearbeitet. Die Open Source Gallery veranstaltet das jährliche Soap Box Derby nicht nur, sondern die ursprünglich aus Österreich stammenden Künstler Monika Wührer (Erfinderin des Ganzen), Hubert Dobler und Raphaela Riepl bieten gemeinsam vorher auch Workshops an, bei denen Seifenkisten entstehen – vorzugsweise aus Fundstücken. Ich frage mich, wo man denn so ein Pferd findet.

Und jetzt stellen sich die Kinder in Reih und Glied auf, um nacheinander von Hubert Dobler zum Start gewunken zu werden. Zwischendrin fährt er mit seiner eigenen Seifenkiste zum Finish, um etwas abzuklären. Aber dann geht es los.

Der erste Soap Box-Experte bekommt sogar noch Starthilfe. Das geht aber nach hinten los: Seine Seifenkiste kippt um, dabei verbiegen die Reifen ganz schön, und er muss die Räder den ganzen Weg mit der Kraft seiner Hände ins Rollen bringen. Aber die Jury bewertet ja nicht nur die Zeit, die die Seifenkisten brauchen, um die Straße hinunter zu fahren. Sondern es gibt auch Punkte für Design und Originalität. Deshalb fragt im Vorfeld ein Jury-Mitglied einen kleinen Jungen: “Kannst du mir zeigen, wie das funktioniert?”

Er setzt sich schnell auf sein Gefährt und zeigt fachmännisch, wie es sich lenken lässt. Eine Bremse muss natürlich auch jede Seifenkiste haben. Und ganz zum Schluss, als die Kinder fertig sind, dürfen auch Erwachsene ein Rennen fahren. Die starten gemeinsam. Es treten nur drei an – die Künstlerinnen und der Künstler. Der lässt seine Seifenkiste auf rätselhafte Weise rauchen, dann überholt er auf den letzten zwei Metern noch die klare Favoritin. Monika Wührer geht als Letzte ins Ziel. Aber dafür sehr, sehr schön.

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Geschichte ist Geschichte

Tuesday, 24. May 2011 13:50

Das ist jetzt auch vorbei. Oder auch nicht. Schließlich laufe ich oft genug darüber hinweg. Was nach Straßenkunst aussieht, ist bloß Werbung. Versus ist ein Sportsender, und was da steht, ist der berühmte Slogan zu Play-Offs, die schon längst wieder gelaufen sind. Aber die Schablonenkunst bleibt halt über die Stadt, ach, was sage ich: über das ganze Land verteilt.

Hab ich jetzt etwa ein Rätsel verdorben?

Thema: Lifestyle, wait a second | Comments Off | Autor:

Dünnes Eis

Sunday, 16. January 2011 12:24

Um Mitternacht war es noch ganz knapp über Null, aber jetzt sind es ungefähr minus neun (Celsius). Das hält große und kleine Kinder nicht davon ab, ihre Schlitten in den Central Park zu schleppen. Ziehen geht schlecht; auf den meisten Gehsteigen ist inzwischen ordentlich geräumt. Auf den ersten Blick sieht der Hügel aus wie jeder andere auch. Erst dann entdecke ich die Strohballen. Die bringt die Central Park Conservacy zu den beliebtesten Rodelhügeln, damit die Kinder “sich nicht umbringen”, sagt mir ein Park Ranger.

Sicherheit geht eben über alles. Auch an den Teichen, auf denen das Eislaufen verboten ist (das darf man nur auf den beiden Eislaufbahnen). Es könnte aber ja sein, dass trotzdem einer auf die durchgefrorene Oberfläche läuft. Deshalb haben sie in dem Becken, in dem im Sommer immer die ferngesteuerten Boote herumfahren, Wasser abgelassen. Falls einer einbricht, gäbe es dann keine Tragödie, erklärt mir eben jener Ranger. Auf dem großen See, der schlicht “The Lake” heißt, geht das nicht. Aber auch da genügen Verbote dem Sicherheitsdenken nicht.

Thema: High Noon, Parks | Kommentare (5) | Autor:

Abgehärtet

Saturday, 1. January 2011 13:20

Es ist warm geworden in New York. Ab an den Strand!

Ein paar Zentimeter vor meinen Füßen rollen sanfte Wellen heran. Hinter mir durchziehen weiße Streifen helles Braun. Neben mir hebt fröhlich-kämpferisches Geheul an. Bei 48 Grad rennt eine Horde Menschen ins Meer. 48 Grad Fahrenheit. Das bleibt in Celsius ausgedrückt einstellig.

Das Wasser hat ungefähr 38 Grad (ca. 3 °C), erklärt mir einer der Schwimmer. Er macht den traditionellen New Years Swim des Polar Bear Clubs in Coney Island schon seit vielen Jahren mit. Clubmitglied ist er nicht, aber er kommt auch allein jede Woche her. Als altgedienter Marathonsportler läuft er von Bay Ridge nach Coney Island, schwimmt kurz und läuft dann zurück. Auch letzte Woche. Da hatten wir hier 22 Grad (ca. -6 °C). Für Menschen wie ihn gehört das zum Lifestyle. Für viele andere ist es heute eine Mutprobe (und wer sich registriert hat, bekommt hinterher auch ein Zertifikat, auf dem in großen Buchstaben I DID IT steht). Aber in einem sind die Eisbade-Helden alle gleich: Sie haben ein Problem. Wenn sie aus dem Wasser kommen, müssen sie zusehen, wie sie den Sand zwischen den Zehen wieder loswerden.

Thema: High Noon, Strände, typisch New York | Comments Off | Autor:

Eisberg im Harlem Meer

Tuesday, 2. November 2010 17:13

Von weitem dachte ich, das sei Schaum. Aber da schwimmt Eis im Harlem Meer, einem Gewässer ganz im Norden des Central Park. Es hat sich zwar deutlich abgekühlt, aber noch ist kein Schnee gefallen. Der Berg ist gewissermaßen ein Prophet. Ein besseres Zeichen hätte man kaum ausdenken können, um den Saisonbeginn im Lasker Rink zu signalisieren. Das ist eine der beiden Eisbahnen des Central Parks. Die unbekanntere Schwester des Wollman Rink  ist den Sportlern vorbehalten. Seit gestern trainieren hier die ersten Eishockeygruppen für ihre Wettkämpfe, und das kostet sie natürlich Geld. Nur die Torhüter nicht; sie dürfen gratis spielen.

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